31 August 2006

Von Kaugummis und Verlusten...

Kaugummi? Liebe ich, ja, warum? Ach so, nicht Kaugummis zum Essen, sondern Dinge, die sich wie Kaugummis hinziehen?... Find ich scheiße, außer es geht um... Ihr wisst schon was. Na ja, auf jeden Fall stellt sich die Frage: warum schreibe ich auf Roberts-Weekly-India, der zweifelsohne interessantesten Webadresse des Universums, immer noch von Deutschland aus? Genau! Weil sich wieder mal ein paar Dinge hinziehen, richtig. Kurz gesagt: die Frage, wann ich endlich aus Indien schreibe, ist immer noch nicht geklärt, aber immerhin habe ich das Gefühl, es gehe voran. Immerhin hatte ich heute endlich ein Telefoninterview mit meinem favorisierten Arbeitgeber und obwohl es nicht von schlechten Eltern war (knackige technische Programmierfragen), habe ich ein ganz gutes Gefühl. Also vielleicht bald mehr von dieser Seite...

Darüber wollte ich aber eigentlich gar nicht so viel erzählen, sondern viel mehr über Verluste, zur Entschärfung sei angemerkt: keine existentiellen Verluste, sondern Alltagsverluste. Ich spreche vom Wegfahren, vom Verlassen der Heimat, vom herzlosen Zurücklassen von Freunden und Familie, ich spreche von meiner Schwester, die sich einfach so nach Kanada aufgemacht hat, einfach so! Das muss man sich mal vorstellen: gerade wenn man sich selbst aufs Verlassen der anderen vorbereitet, wird man einfach selbst verlassen, eine Frechheit! Immerhin ist sie nicht ganz weg, denn ich habe sie noch in Nullen und Einsen festgehalten, was dann so aussieht...

Toll, oder? Immerhin verstehen die Nullen und Einsen etwas von wahrer Schönheit. So, auf jeden Fall, sah sie aus, als ich sie das wohl letzte mal innerhalb des nächsten kommenden Jahres vor mir sah. Ohne sentimental zu werden: Schwester, ich liebe Dich und Du wirst mir fehlen! Aber ich mache mir keine Sorgen, Kanada ist ein sicheres Land, das vermutlich nur so vor coolen Leuten strotzt und ich bin mir sicher, Nina, du wunderbare Schwester, wirst dort keine großen Probleme haben (ich meine Probleme hat jeder mal, aber in Kanada, na ja, sind das wohl nicht gerade Bürgerkriege, Naturkatastrophen, extreme Kriminalität, Epidemien oder korrupte Behörden). In diesem Sinne: Chaka... ich bin extrem gespannt, was auf meinem Nachbarblog in nächster Zeit an spannenden Geschichten zu lesen sein wird. Ich bin Dein größter Fan, Nina!

Ansonsten von mir noch eine schnelle Bestandsaufnahme: Meine letzte Prüfung im Studium steht knapp bevor, ich bin ein wenig gespannt, muss mich noch zum Lernen durchringen, bin aber optimistisch. Vorbereitungen fürs Ausland sind weitesgehend abgeschlossen: Reisepass und Kreditkarte sind in der Mache und Impfungen fast komplett (ich sag nur --> 500 Euro, Witz komm raus!). Jetzt ist nur noch die Frage, was mit meiner Bude passiert, aber das kommt noch. Also denn, spannend wird's, wenn meine genaue Arbeitsstelle in Indien und das Anfangsdatum feststeht. Ich halt Euch auf'm Laufenden. Alright then, heads up, thumbs up und Cheers!

Ein Bild vom Flughafen als kleine Hommage (von links nach rechts): Christina, Nina (Schwester), Nina (Angebetete) und ich (und links hinten versteckt: die liebe Anja).

01 August 2006

Im guten, alten Berlin...

Na dann wollen wir doch mal sehen, was so ein Blog hergibt. Während die einen schon von Web 2.0 labern, wissen die anderen noch nicht mal, was ein Blog ist. Wer das immer noch nicht mitbekommen hat: Blog = Web-Log = Internet-Tagebuch.

Jetzt wo wir also alle bescheid wissen, warum das Ganze? Ganz einfach: ich bin faul! Ja, genau, ich bin faul. Denn, wie Ihr ja schon fast alle wisst, werde ich das traute Berlin bald nicht mehr mit meiner Anwesenheit beglücken, sondern im fernen Indien in massgeschneiderten Anzügen schwitzen und beim Curry-Essen an Euch denken. Und damit ich Euch die schieren Massen an spannenden Erlebnissen, die dort auf mich einprasseln werden, nicht immer in fetten Rundmails, die nur eure Accounts vollspammen, antun muss, dachte ich mir: Sei doch mal modern und schreib all das in ein Blog.

Also kurz gesagt: ich bin jetzt ein richtiger Web2.0er und Ihr seid meine Anhänger, hoffe ich doch zumindest. Aber jetzt Schluß mit diesem Internet-Bla-Bla und zurück zum eigentlichen Ausgangspunkt: Berlin. Berlin, die bekanntlich schönste und großartigste Stadt der Welt! An alle, die das noch nicht erkannt haben: das ist in Ordnung, nicht jeder kann die Sonnenuntergangsbilder aus den Bravo-Jugendzeitschriften von Míro unterscheiden. Kunstbanause zu sein ist heutzutage völlig i.O.. Auf jeden Fall: Berlin. Da komm ich nämlich her... da bin ich geboren, aufgewachsen, und so weiter und sofort und da mir hier weder zu oft das Herz gebrochen noch auf die Fresse gehauen wurde, mag ich diese Stadt. Meine Strassen, mein Viertel, mein Block!

Schwenk zum Augenblick: ich sitz im im Schlafzimmer, Vorhänge zu, denn draussen knallt mal wieder die unerbärmliche Sonne in die Berliner 23-Meter-Strassenschluchten (ich messe 28°C in der Wohnung). Gleich gibt's Frühstück mit meiner wundervollen Freundin Nina und ich warte und nutze die Zeit, mich mental auf meine Berlin-Desertation vorzubereiten. Der erste Schritt: dieses Blog, danach, in den nächsten Wochen, Papierkram, noch zwei letzte Prüfungen, um das Studium endlich abzuschliessen, Wohnung untervermieten, Impfungen, bloss nichts Wichtiges vergessen und vor allem noch: den Sommer genießen und mit Euch allen noch ne schöne Zeit haben.

Und jetzt, vor'm Frühstück, noch mal diesen Post (Web2.0isch für Eintrag) hier angucken, beurteilen, ob er cool ist und wenn nicht wieder löschen und noch mal... aber das wär ja Zensur und das Internet ist doch bekannt dafür, dass jeder seinen Senf dazu gibt, so trashig er auch sein mag. Also lassen wir's so und sagen: darauf lässt sich aufbauen... Cheers. Robert