04 März 2007

Holi Hai!




Es war einmal ein guter König, der, weil er sein Reich so gut führte, von Vishnu (einem der drei Übergötter des Hinduismus) mit Unsterblichkeit gesegnet wurde. Wie in so vielen Geschichten wurde besagter König schnell grössenwahnsinnig und zu einem bösartigen Tyrann, dem niemand etwas entgegensetzen konnte. Einige Jahre nachdem sein Sohn geboren wurde, wollte der König sicherstellen, dass sein Sohn niemals seine Stelle einnehmen könne, indem er seinen Tod plante. Die Schwester des Königs, Holika, hatte die göttliche Gabe unverletzlich gegen Feuer zu sein und so bat ihr Bruder sie, mit seinem Sohn in ein grosses Feuer zu gehen, um diesen umzubringen. Doch göttliche Gaben versiegen, wenn sie falsch eingesetzt werden, und so verbrannte Holika und des Königs Sohn wurde von ihrem Tuch umhüllt wunderhaft versehrt. Der wütende Vishnu kam in einer seiner Inkarnationen auf die Erde und erschlug den bösen König daraufhin.

Mein Spanischer Mitbewohner Andres

Jonas aus Island wohnt auch bei mir im Haus, aber 9 Stockwerke höher...

Soro von der Elfenbeinküste wohnt nicht bei mir im Haus, ist aber trotzdem mit dabei (muss sein!)

Nikhil (aus Mumbai), den ich wegen seines Haares gerne Jesus nenne, sieht hier wie Jesus nach seiner Hinrichtung aus (tiefrote Farbe im Gesicht)...

Dieses Bild sagt Alles: mein Gott, wie siehst Du denn aus?!

Das Fest Holi erinnert an diese Geschichte und traditionell werden Feuer errichtet, in denen Holika-Bildnisse verbrannt werden. Das was sich dann am folgenden Tage abspielt ist wohl einfach so Bestandteil der Festivitäten geworden, weil es Spass macht: alle Leute treffen sich draussen, tanzen, durchnässen sich mit buntem Wasser und verschmieren sich gegenseitig mit vielen bunten Farben. Dazu gibt es laute Musik, leckeres Essen und oft auch Bangh Lassi, ein Lassi mit Marihuanaextrakt, der an diesem Tag ausnahmsweise legal ist und von allen erwachsenen Altersklassen gleichsam mit Freude konsumiert wird. Ja, richtig verstanden: an Holi sind viele Leute vollkommen high!

Wir (fast) alle zusammen...

Lecker gegrillter indischer Käse, Paneer, njam, njam...

So haben wir getanzt...

Im Häuserkomplex eines Praktikanten aus unserer grossen Gruppe gab es ein grosses Fest mit allem inklusive für das wir uns alle Eintrittskarten besorgten und bei dem wir heute die Sau rausgelassen haben, wie alle Inder übrigens auch. Ich habe mir extra zwei Tage zuvor die billigste weisse Hose und Hemd besorgt, die ich im Strassenshop finden konnte. Und während in anfangs noch schneeweiss war, sah ich mittendrin knallbunt und am Ende rot aus (da Rot scheinbar bei Feuchtigkeit am besten in den Klamotten haftet). Es war eine der besten Feiern meines Lebens! Völlig durchgenässt, bunt vollgeschmiert, von Bangh Lassi und Longdrinks angeheitert, zu lauter Musik in einem ständigen künstlichen Sprühregen tanzen... besser geht's kaum... Das sollte man nach Deutschland importieren!

Vorher
Zwischendrin (mit Ka, meine koreanischen Mitbewohnerin)
Nachher (zuhause angeflogen...)