Eigentlich fing alles an mit dem Moment, in dem ich ein paar Euro von meinem Großvater erbte und mich fragte, wie ich diese sinnvoll für mein Leben nutze. Da das Studienende damals schon in absehbarer Nähe lag, kam ich auf die Idee mir ein Round-The-World-Flugticket zu kaufen und eine Weltreise zu machen. Wann hat man zu sowas schon noch Gelegenheit? Also überlegte ich hin und her und traf auf zwei Gegenargumente: 1. die interessantesten Erfahrungen im Ausland macht man, wenn man etwas länger an einem Ort bleibt und 2. in einem Jahr Abenteuer könnte ich das Berufliche ein wenig aus den Augen verlieren. Andererseits wollte ich schon gerne noch mal weit weg und eine aus meiner europäischen Sicht abgefahrene Kultur, also keine christlich geprägte, kennenlernen. Schließlich kam ich zum Schluß, daß ein Auslandspraktikum in einem exotischen Land, in dem ich auch meine beruflichen Perspektiven berücksichtige, beide Fliegen mit einer Klappe schlagen würde. So war die Idee vom Auslandspraktikum geboren.
Was bliebt war die Frage: wohin? Aber die hatte ich schnell gelöst: Indien. 1. die Inder sind für die Informatiker, was die Chinesen für die Textilindustrie sind, günstige Konkurrenten, die gut bescheid wissen. Anstatt sich also zu fürchten, sollte man sich lieber verbünden (der gute alte Europäische Gedanke von Freundschaft statt Feindschaft). 2. Ich war zwar noch nie in Indien, aber es reizt mich, diese Kultur, von der ich nur aus Büchern gelesen habe, kennen zu lernen und vor allem diesen Kontrast zwischen technischer Moderne und althergebrachter Kultur mal zu erleben. 3. In Indien spricht man Englisch und mein Englisch ist zwar gut, kann aber noch perfektioniert werden. 4. Viele indische IT-Unternehmen sind für dafür bekannt, daß sie extrem gute Werte bei Qualitätszertifikaten wie ISO9001 oder CMMI, erreichen. Da Qualitätsmanagement mein Studiennebenfach ist, interessiert mich natürlich schon, wie die das machen. So kam ich auf Indien.
Schließlich war noch die Frage offen, wie ich an ein solches Praktikum komme. Ich recherchierte also los und kam auf zwei mögliche Wege: direkte Bewerbung oder Praktikavermittlung durch Austauschorganisationen. Bei der Suche stieß ich auch auf AIESEC, eine internationale Studentenorganisation, die auch Auslandspraktika vermittelt. Neben einigen direkten Bewerbungen, die niemals beantwortet wurden, begann ich also auch bei AIESEC mal reinzuschnuppern und stellte schnell fest, dass AIESEC mehr war als nur Praktikavermittlung. Da wurde ich plötzlich von einem netten Haufen übermotivierter Studenten in allerlei lustige, aber auch zeitintensive Aktivitäten eingebunden und machte einfach mal mit. Mein jetziges Praktikum habe ich über AIESEC bekommen, aber letztendlich wäre das wohl nicht so gewesen, wenn es mir nicht auch Spaß gemacht hätte, da mitzumachen.
Und jetzt: sind es nur noch zwei Wochen bis ich weg bin und mittlerweile habe ich auch schon recht viel an Vorbereitungsmaßnahmen abgearbeitet und bin gut gespannt, was mich im fernen Indien so Alles erwartet. Jetzt wird's ernst ;D
24 September 2006
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentar:
Robert, ich weiß gar nicht, ob ich dir bisher je meine Ehrfurcht für dein Projekt ausgesprochen habe: Voilà... Ich bin berührt von deinem Abenteuerhunger und beeindruckt von deiner Zielstrebigkeit! Und außerdem habe ich dich ganz schrecklich lieb!!! Nina
Kommentar veröffentlichen