Die Brücke am Grenzposten zu Sikkim, von Riesenbambus gesäumt. Unter dem Tor mit der Aufschrift "Welcome to Sikkim" müssen die Reisenden darauf warten, dass ihre Papiere von den Grenzposten abgesegnet werden. Sikkim ist umstrittenes Gebiet, auf das auch China Anspruch erhebt, und ist deshalb nicht ohne Sondererlaubnis bereisbar.
Nach langen 5 Stunden Fahrt an steilen Berghängen entlang hinauf zum letzten größeren Dorf (Yuksom), dass man mit dem Jeep noch erreichen kann, und einer weiteren Nacht, wartet unsere Gruppe mit den Ponys auf uns, damit es gleich losgehen kann (die Gruppe war fotoscheu).
Unter 3000 Höhenmetern sind die Berge dicht und grün bewachsen, fast dschungelartig, und die warme, schwüle Luft lässt einen glauben, man bewege sich 2000 Meter tiefer.
Doch die steilen Klüfte und zwischendurch mal der Blick ins Tal erinnern einen daran, wie weit man schon gestiegen ist. 6 Stunden und 1000 Höhenmeter am ersten Tag (hier noch auf halbem Weg).
Zwischendurch muss man immer mal wieder am Wegrand warten, um von den störrischen Dzos nicht den Abhang hinuntergestossen zu werden.
Und überall, wo man weit sehen kann, wehen die Gebetsflaggen... und hier knarrten die Holzplanken der Brücke ganz schön. Da musste ich an Indiana Jones 2 denken: "ganz stabil, Indie! Guck mal!" und dann brechen die Latten...
Das letzte Dorf, auf 3000 Metern Höhe, ohne Strassenanschluss und Warmwasser, aber unheimlich friedlich und schön...
Und obwohl es hier scheinbar nur zwei handvoll Einwohner gibt, sieht man den Nachwuchs. Die Kleine hier war herzerwärmend niedlich. Man sieht den Unterschied zu den "Flachlandindern" deutlich.
Abends haben wir uns mit dem "local wine" wieder aufgewärmt, denn hier wurde es abends erstmals kühl. Der Wein schmeckt wie ein besonders fruchtiger Sake (japanischer Reiswein) und entsteht indem man heisses Wasser auf vergorene, kleine Beeren giesst. Und das Beste ist: man kann immer wieder nachgiessen und es hört nicht auf zu wirken ;D
Im Mai ist die Rododendrensaison und überall (unter 4000 Metern) blühen (und duften) die Büsche.
Auf fast 4000 Metern angekommen, keuchen wir wie Asthmatiker und gönnen uns eine Pause auf einem kleinen Bergrücken. Unser Guide, unser Koch und ein anderer Wanderer sehen sichtbar entspannt aus. Faszinierend auch wie die Jungs teilweise in kurzen Hosen und FlipFlops da hochhüpfen. Born to Climb! sag ich nur...
Obwohl die Wolken fest auf 4500 Metern hängen, lohnt sich der Ausblick. Morgen abend würden wir da hinten am Fluss rasten...
Unser erster Abend auf 4000 Metern und die Wolken hängen unverändert fest, aber wir freuen uns über den zweiten geschafften Aufstieg von weiteren 1000 Höhenmetern. Nachmittags würde es noch hageln und schneien. Da war dann klar, dass wir langsam höher angekommen sind.
Der nächste Morgen, vor Sonnenaufgang. Gespenstisch hängen die Gebetsflaggen über uns und flattern. Uns dröhnt der Kopf, schlägt das Herz und die Wolken verwären uns den Blick auf den dritthöchsten Blick der Welt, den Kanchendzonga (~8600m). Später würde sich die Sicht klären, aber die Wolken hielten sich auf 4500 Metern.
Über unwegiges Geröll geht es ab zum Flussbett und wieder rauf, auf dem Weg zum nächsten Halt. Zwischendurch müssen wir vor den Dzos flüchten, die bergab schneller laufen und einem mit ihren riesigen Hörnern das Gefühl geben, man befinde sich gerade in Pamplona und müsse aufpassen nicht aufgespiesst zu werden. Vielleicht fühlt man sich bei dem hohen Puls aber einfach auch nur verletzlicher.
Ein kleiner Seitenarm des wilden Gebirgsflusses, den wir noch eine weitere Stunden entlangwandern würden. Atemberaubende Eindrücke.
Angekommen am nächsten Camp. Nina ruht sich aus und die Ponies scharen sich dazu. Wenn die Wolken sich auflösten sähe sie genau in Richtig Riesenberg, aber das tun die Wolken nicht. Trotzdem toll hier!
Der höchste Punkt unserer Reise: ein heiliger Bergsee auf 4300-4400 Metern. Wegen der Wolken entscheiden wir uns am nächsten Tag, nicht noch höher zu steigen, weil wir nur weiss gesehen hätten.
Der nächste Morgen bestätigt unsere Erwartungen: die Wolken fühlen sich pudelwohl dort wo sie sind und wollen partout nicht weichen.
Also geht es wieder abwärts, auf einem anderen Weg diesmal, und durch gespenstische Wälder und leichten Nebel. Dafür ist es hier wieder wärmer... aber auch feuchter.
Noch einen Tag später erwartet uns endlich unsere Entschädigung: ein uriges Hotel...
Und endlich der Blick auf den Gipfel! Oder etwa doch nicht?! Nein! Leider nicht, denn was wir hier sahen, war der Nachbargipfel, der "nur" 6000 Meter hoch ist. Wie dann wohl der Kanchendzonga ausgesehen hätte? Wir haben es nicht erfahren dürfen, aber glücklich waren wir trotzdem.Ich hoffe die Bilder haben Euch gefallen wie uns unsere Wanderung. Hoch lebe der Himalaya!
1 Kommentar:
Robert, eure Bilder lassen mich erschauern! Wunderschön...
Ihr dürftet jetzt auch schon von den Inseln zurück sein. Es erfüllt mich mit Glück, an euch zu denken!
Die andere Nina
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