
Die Zeit dazwischen ging locker für die länglichen Rikshafahrten drauf, weil wir immer wieder im Stau stecken blieben. Aber zurück zu den AIESECern: ein deutscher AIESECer hat eine Bootstour vor der Gate of India organisiert, mit DJ und fetter Anlage an Bort. Was die Getränke betraf hiess es BYO, "bring your own". So viele Ausländer auf einem Haufen, ausgestattet mit indischem Starkbier und Lust auf Tanzen, das war richtig wohltuend. Ich habe gleich 5 Deutsche kennengelernt und konnte auch endlich mal wieder deutsch sprechen. Insgesamt ein spassiger Abend.
Auf dem Rückweg sind wir (wir sind übrigens Simon, ein Holländer, Magda, die Polin, Nino, mein italienischer Mitbewohner, und ein indischer Freund, alles Mitbewohner in dem Hotel hier) einen Kilometer mit einer Kutsche in Richtung Bahnhof gefahren, was in einen lautstarken, fast eskalierenden Streit mit dem Kutscher mündete, der exorbitante Summen von uns wollte. Zum Glück hatten wir einen Einheimischen dabei, der uns noch glimpflich aus der Sache raushauen konnte. Irgendwie war es das Erlebnis aber wert. Danach ging es ab in den Zug und nachhause.Ein kleines Detail beendete den Abend dann aber noch mit einem kleinen Kloss im Hals. Als wir an unserem Zielbahnhof ankamen, spazierten völlig nüchtern zwei Sanitäter mit einer Bare und einer offensichtlich zugedeckten Leiche den Bahnsteig entlang. Es schien auch niemanden ausser uns zu interessieren. Das war ein bedrückendes Gefühl. Simon, der Holländer, hatte zwar recht als er sagte: "Guck Dich mal um, so wie die Leute hier leben, sterben hier täglich etliche an Unterernährung und Krankheiten", aber lieber wäre es mir trotzdem gewesen, es nicht zu sehen. Vielleicht habe ich bisher auch nur die Augen davor verschlossen, denn eigentlich will ich mich aus diesen Problemen raushalten. Kann man den Menschen hier überhaupt helfen als einzelner Westler? Die Frage stellte ich mir dann schon. Ich weiß aber noch keine Antwort darauf...
Ach ja, ich hab mich tierisch über Eure Blog-Kommentare gefreut. Da fühl ich mich gleich nicht mehr so weit von Euch weg. Hoch lebe Berlin!
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